Kann das Dach eines Gartenhauses die gleiche Schneelast tragen wie ein Pavillon oder eine Pergola?
Ein winterfestes Outdoor‑Zimmer wirkt mühelos luxuriös – bis der erste starke Schneefall das Dach zum stillen Belastungstest macht. Also ja: Kann ein Gartenhaus‑Dach die gleiche Schneelast tragen wie ein Pavillon oder eine Pergola? Manchmal ja. Aber nur, wenn man die richtige Kennzahl vergleicht (und nicht Äpfel mit Birnen).
Fazit (bitte zuerst lesen):
Ein „Gartenhaus“ ist nicht automatisch schneefester als ein Pavillon oder eine Pergola. Entscheidend sind die veröffentlichte Schneelast (kg/m² oder Gesamtlast fürs komplette Dach), die Dachfläche und die Dachgeometrie (Satteldach, Walmdach, Flachdach oder Lamellen). Wenn die Angaben vergleichbar sind, kann ein hochwertiger Hardtop‑Pavillon viele Gartenhäuser in Sachen Schneelast erreichen – oder übertreffen.
1) Einheit prüfen: kg/m² vs „komplettes Dach“
Auf EU‑Produktseiten finden Sie meist eine dieser Angaben:
1. Schneelast in kg/m² (Last pro Quadratmeter)
2. Schneelast als Gesamtwert für das komplette Dach (kg)
Diese Angaben sind nicht direkt austauschbar. Erst durch eine kurze Umrechnung wird daraus ein fairer Vergleich.
2‑Minuten‑Rechnung (praxisnah)
Schnellcheck:
Schneelast pro m² ≈ (Gesamt‑Schneelast in kg) ÷ (Dachgrundfläche in m²)
Die Grundfläche ist grob Länge × Breite. Das ist eine Näherung (Überstände und Dachneigung verändern die echte Fläche), aber sie reicht, um Modelle sauber zu vergleichen.
Beispiele aus SUNJOY EU Spezifikationen
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Modell |
Schneelast laut Seite |
Kurzinterpretation |
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Schneelast: 1315 kg/m² (komplettes Dach) |
Hoher veröffentlichter Wert, aber Einheit genau prüfen (kg/m² vs Gesamtlast). |
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Schneelast: 1315 kg (komplettes Dach) |
Kompakte Fläche → hohe „gefühlt pro m²“‑Stabilität nach Umrechnung. |
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Schneelast: 1588 kg (komplettes Dach) |
Größere Fläche verteilt die Gesamtlast – fair vergleichen per Umrechnung. |
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Schneelast: 110 kg/m² |
Direkt vergleichbar; im Winter Lamellen geschlossen halten und Abfluss frei halten. |
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Schneelast: 80 kg/m² |
Für mildere Winter passend; „geschlossener“ heißt nicht automatisch „höherer Schneelastwert“. |
2) Dachform: das unterschätzte Detail
Schnee liegt selten gleichmäßig. Er verweht, rutscht, taut an, friert wieder – und sammelt sich besonders an Kanten. Darum berücksichtigen Normen und Berechnungen Dachform, Exposition und Temperatur‑Einflüsse. Für Käufer heißt das: Ein Dach, das Schnee besser „abwirft“ und Wasser sauber ableitet, ist oft alltagstauglicher als ein Dach, das Schnee „speichert“.
3) Die drei häufigsten Winter‑Fehler
1. Größe oder „Raumgefühl“ mit Schneelast zu verwechseln.
2. kg/m² und Gesamt‑kg ohne Umrechnung zu vergleichen.
3. Nassschnee zu unterschätzen: Er ist deutlich schwerer und kann Lasten schnell erhöhen.
Welche SUNJOY Lösung passt zu Ihrem Winter‑Use‑Case?
Für ein echtes Ganzjahres‑Outdoor‑Zimmer (Home‑Office, Hobby, Rückzugsort) ist RIGA eine starke Basis – komfortabel, modular und „innen‑ähnlich“. Für wintertaugliches Hosting unter einem Hardtop empfehlen sich Pavillons wie KAPS oder RYSY.
Für flexible Beschattung im Sommer und klare Routinen im Winter ist eine Lamellenpergola wie MATTERHORN ideal – im Winter jedoch: Lamellen schließen, Abfluss prüfen, Schnee rechtzeitig entfernen.
Wahrer stiller Luxus heißt nicht, nie ans Wetter zu denken. Sondern eine Konstruktion zu wählen, deren Spezifikationen zu deinem Winter passen – und dann darunter schön zu leben.